Präsentiert von Alexei Leonow

Pojechali! ("Los geht's")

50 Jahre bemannte Raumfahrt

24. Juni, Magma Kunst-und Kongresshalle

 

Eine Hommage an Juri Gagarin und seinen epochalen Raumflug mit Wostok 1 am 12. April 1961. Enge Freunde und berühmte Astronauten und Kosmonauten berichten über ihre Erlebnisse mit Juri Gagarin, Wostok, Apollo und andere historische Missionen. Dokumente aus sowjetisch-russischen Archiven werden ebenso gezeigt wie ein Dokumentarfilm über Gagarin. Diese weltweit einzigartige Konferenz, die musikalisch untermalt wird, nimmt uns mit auf eine fantastische Zeitreise, die uns zu den dramatischsten und wichtigsten Ereignissen der bemannten Raumfahrt in den letzten 50 Jahren führt.

Wir bieten Simultanübersetzung in Englisch, Spanisch,Russischer und Französisch Sprache für alle Reden!

Valentina Tereschkowa

Russische Kosmonautin

Valentina Tereschkowa startete am 16. Juni 1963 mit Wostok 6 als erste Frau in den Weltraum. Im Jahre 1990 erhielt sie die Ehrendoktorwürde der Universität Edinburgh. Der Krater Tereshkova auf der Rückseite des Mondes wurde nach ihr benannt. Bis heute wird sie in Russland als Heldin verehrt, und in der russischen Raumfahrtgeschichte kommt ihr die gleiche Bedeutung zu wie Juri Gagarin und Alexei Leonow. Tereschkowas Leben und Raumflug werden in dem 2007 erschienenen Buch „Into That Silent Sea" von Colin Burgess und Francis French dargestellt, das auch Interviews mit ihr und ihren Kollegen enthält. Anlässlich ihres 70. Geburtstags lud Präsident Vladimir Putin sie zu einer Feier in seine Residenz in Nowo-Ogarjowo ein. Dort sagte sie, sie würde gerne zum Mars fliegen, unabhängig davon, ob eine Rückkehr möglich sei oder nicht. Am 5. April 2008 trug sie die Fackel der Olympischen Sommerspiele auf einer Etappe in St. Petersburg, Russland.

 

Alexei Leonow

Russischer Kosmonaut

Am 18. März 1965 schrieb Alexei Leonow Weltraumgeschichte als der erste Mensch, der sein Raumschiff verließ. Er hielt sich zwölf Minuten und neun Sekunden außerhalb seiner Raumkapsel Woschod 2 auf, mit der er nur mit einer 5,35 Meter langen Sicherungsleine verbunden war. Beim Versuch, in die Kapsel zurückzukehren, kam es zu einem Problem: Im Vakuum des Weltraums hatte sich sein Raumanzug so weit aufgebläht, dass Leonow nicht mehr durch die Luftschleuse passte. Über ein Ventil musste er Druck ablassen, und nur mit knapper Not gelang ihm die Rückkehr in die Raumkapsel. Von 1976 bis 1982 leitete Leonow das sowjetische Kosmonautenteam und war stellvertretender Direktor des Juri-Gagarin-Kosmonautentrainingszentrums. Leonow betätigte sich auch als Künstler; manche seiner Werke sind in seinen Büchern veröffentlicht. Der Sciencefiction-Roman „2010 - Odyssee Two" von Arthur C. Clarke setzte Leonow ein literarisches Denkmal: Das Raumschiff Kosmonaut Alexei Leonow wurde nach ihm benannt.

 

Victor Gorbatko

Russischer Kosmonaut

Viktor Gorbatko diente als Pilot in der sowjetischen Luftwaffe. Im Jahr 1960 wurde er gemeinsam mit Gagarin und Leonow als Kosmonaut ausgewählt und begann mit seinem Training. Er flog als Forschungsingenieur mit Sojus 7 (1969) und als Kommandant der Missionen Sojus 24 (1977) und Sojus 37/36 (1980). Er gehörte auch zu den Ersatzmannschaften von Woschod 2 und Sojus 5, 21, 23 und 31. Leonow fungierte später als stellvertretender Präsident des Sportkomitees und lehrte an der Ingenieursakademie der Luftwaffe. Seit 1993 ist er Generaldirektor von AA&AL in Moskau.

 

Bill Anders

NASA-Astronaut und Physiker (USA)

Bill Anders studierte an der US-Marineakademie, und nach dem Erwerb eines Bachelor-Grades 1955 trat er als Jagdpilot in die US-Luftwaffe ein. Einen Master-Abschluss als Kernenergietechniker erlangte er 1962 am Air Force Institute of Technology. Im Jahr 1964 wählte ihn die NASA für die dritte Astronautengruppe aus. Er war Ersatzpilot für Gemini 11 und Apollo 11. Als Mitglied der Apollo-8-Mission nahm er 1968 an dem ersten bemannten Flug zu einem anderen Himmelskörper teil. Während der Mondumrundung nahm Anders eines der berühmtesten Fotos der Weltgeschichte auf: den „Erdaufgang" über dem Mondhorizont. Nach Verlassen der NASA wirkte Anders als Berater und Manager in verschiedenen Gremien, wo er für Fragen der Kernenergie zuständig war. Sein Leben und sein Wirken werden in dem 2007 erschienenen Buch „In the Shadow of the Moon" von Francis French und Colin Burgess vorgestellt.

 

Jim Lovell

NASA-Astronaut (USA)

James A. Lovell diente zunächst bei der US-Marine als Pilot und Testpilot, bevor er 1962 für die zweite Astronautengruppe der NASA ausgewählt wurde. Für Gemini 4 war er als Ersatzpilot, für Gemini 9 als Ersatzkommandant eingeteilt. Als Pilot flog er 1965 mit Gemini 7 und probte damit das erste Rendezvous zweier Raumfahrzeuge. Im Folgejahr war er Kommandant der Gemini-12-Mission. Mit Apollo 8 nahm er an der ersten Mondumrundung teil. Für Apollo 11, die erste Mondlandung, war er als Ersatzmann für Neil Armstrong eingeteilt. Lovells vierter und letzter Raumflug erfolgte 1970 als Kommandant von Apollo 13. Im Jahr 1973 verließ Lovell die NASA und die US-Luftwaffe und machte in der Wirtschaft Karriere. Zahlreiche Universitäten verliehen ihm die Ehrendoktorwürde, und er erhielt viele weitere Auszeichnungen und Ehrungen. Gemeinsam mit Jeffrey Kluger schrieb er 1994 „Lost Moon" (deutsch: „Apollo 13"), die Geschichte der dramatischen Apollo-13-Mission. In der Verfilmung von 1995 spielte Tom Hanks die Rolle von Jim Lovell.

 

Buzz Aldrin (geb. Edwin Eugene Aldrin, Jr.)

NASA-Astronaut und Maschinenbauingenieur (USA)

Buzz Aldrin absolvierte die Militärakademie West Point, die er 1951 mit einem Abschluss als Maschinenbauingenieur verließ. Er diente als Jagdpilot bei der US-Luftwaffe. Im Jahr 1963 promovierte er am MIT in Raumfahrttechnik mit einer Arbeit über Rendezvous im Orbit. Im gleichen Jahr begann er seine Astronautenausbildung bei der NASA. Sein erster Raumflug erfolgte 1966 mit Gemini 12. Aldrin war Pilot der Mondlandefähre der Apollo-11-Mission. Kurz nach seinem Kommandanten Neil Armstrong setzte Aldrin am 20. Juli 1969 als zweiter Mensch seinen Fuß auf die Oberfläche des Erdtrabanten. Unter seinen Kollegen nur als „Dr. Rendezvous" bekannt, entwarf er 1985 eine spezielle Flugbahn für Raumschiffe auf dem Weg zum Mars. Aldrin schrieb zwei Autobiografien: „Return to Earth (1973, deutsch: „Die Rückkehr") und „Magnificent Desolation (2009). Aldrin setzt sich für die Förderung des Weltraumtourismus ein, um mehr Menschen für die Erkundung des Weltraums zu interessieren. Im Jahr 1993 produzierte er ein Computer-Strategiespiel namens „Buzz Aldrin's Race Into Space".

 

Charlie Duke

NASA-Astronaut (USA)

Charles „Charlie" Duke erwarb 1957 an der US-Marineakademie einen Bachelor in Marinetechnik diente anschließend als Kampfpilot in Deutschland. Im Jahr 1964 schloss er ein Studium am Massachusetts Institute of Technology mit einem Master als Luftfahrtingenieur ab. Im April 1966 wurde Duke in die fünfte Astronautengruppe der NASA aufgenommen. Er war Verbindungssprecher („Capcom") zwischen dem Kontrollzentrum in Houston und dem Apollo-11-Raumschiff. Für die Apollo-Missionen 13 und 17 fungierte er als Ersatzpilot der Mondlandefähre. Während der Apollo-16-Mission 1972 steuerte er selbst die Mondlandefähre und betrat als zehnter - und bislang jüngster - Mensch den Mond.

 

Claude Nicollier

ESA-Astronaut und Astrophysiker (Schweiz)

Claude Nicollier studierte Physik an der Universität Lausanne (Bachelor-Abschluss 1970) und Astrophysik an der Universität Genf (Master-Abschluss 1975). Zudem absolvierte er eine Ausbildung zum Linienpiloten. Im Dezember 1977 wählte ihn die ESA für ihre erste Astronautengruppe aus. Als Teil eines Kooperationsprogramms der ESA mit der NASA flog Nicollier vier Mal ins All, und zwar mit vier verschiedenen Raumfähren: Atlantis (1992), Endeavour (1993), Columbia (1996) und Discovery (1999). Dabei verbrachte er 42,5 Tage im All, acht Stunden davon bei einem Außenbordeinsatz. Nicollier fing 1993 während der ersten Reparaturmission das Hubble-Weltraumteleskop mit dem Greifarm der Raumfähre ein. Während dieser Mission wurde die berühmte Weitfeld- und Planetenkamera 2 (WFPC2) am Hubble-Weltraumteleskop installiert, mit der zahlreiche bahnbrechende Aufnahmen gemacht wurden, darunter das Hubble Deep Field (1995) und das Hubble Deep Field South (1998). Im März 2007 verließ Nicollier die ESA, er hat nun an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne eine Professur inne.

 

Juri Baturin

Russischer Kosmonaut

Juri Michailowitsch Baturin studierte am Moskauer Institut für Physik und Technik sowie an der Moskauer Staatsuniversität, wo er in Rechtswissenschaften promovierte. Als Berater für nationale Sicherheit des russischen Präsidenten Boris Jelzin wurde er 1997 ausgewählt, zur Raumstation Mir zu fliegen, die er 1998 mit der Mission Sojus TM-28 besuchte. Danach erhielt er ein vollständiges Kosmonautentraining und flog 2001 als Flugingenieur mit Sojus TM-32 zur Internationalen Raumstation ISS.